Lauf in den Herbst – mit Stolz!

Einmal zu lange geschlafen und schon ist der Sommer vorbei. Der morgendliche Dauerlauf beginnt jetzt im Dunkeln und endet im Betongrau. Zwei Felder auf der Farbtafel würden da reichen und man hätte das gesamte Spektrum des Herbstes abgedeckt. Aber nein, so schlimm ist es dann auch wieder nicht.

Ich springe einem Schüler aus dem Weg, er ist auf einem Tretroller unterwegs zur Schule. Seine Kaputze hing ihm über den Augen, gesehen hat er mich nicht. Da trägste so viele Reflektoren an den Laufklamotten, dass schon vorweihnachtliche Stimmung aufkommt und trotzdem wirste fast überfahren.

Nach dieser Nahtoderfahrung bin ich jetzt auch wach und der zweite Kilometer wird schon deutlich schneller. Ich bin jetzt auch im Stadtpark angekommen. Um diese Uhrzeit ist hier eigentlich niemand unterwegs. Klar, der ein oder andere ist ja fast so verrückt wie ich und man läuft sich entgegen. Wir nicken uns voller Respekt zu. Die Laufwege in Bamberg sind schon deutlich dünner besiedelt, seitdem das Wetter nicht mehr ganz so rosig ist.

Und das ist eben auch das Schöne am Herbst. Die Blätter legen uns den roten Teppich aus, der uns direkt in den Winter führt. Die Läufer und Läuferinnen die jetzt noch draußen sind, bereiten sich vielleicht auf einen Frühjahrsmarathon vor, oder haben andere große Ziele. Wir sind die Harten, die die bei Wind, Regen und Schnee trotzdem rausgehen und Kilometer sammeln.

Natürlich beschweren wir uns auch über das Wetter und laufen lieber bei subtropischen Temperaturen. Aber wir sind halt trotzdem draußen. Für Viele unvorstellbar, für uns ganz normal!

Auf geht’s – wir sehen uns draußen!

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