Back to the Hain

Nach den Deutschen Meisterschaften (mittel-zufrieden) und den Bayerischen Meisterschaften (unzufrieden) war und bin ich mental noch etwas durch den Wind. Die Müdigkeit und das kleine Motivations-Loch, das sich nach den nationalen Meisterschaften breit macht muss ich erstmal überwinden. Harte Trainingseinheiten über die Hindernisse sind in den letzten zwei Wochen Dauerläufen und Grundlagenausdauer gewichen. Einige Sprint- und Schnelligkeitsausdauer-Einheiten haben mir gezeigt, das mein Temponiveau noch sehr gut ist.

Französische Dogge       Bild: welpen.org

Um die Batterie des Körpers wieder aufzuladen bin ich heute früh nochmal auf die Trainingsstrecke gegangen, auf der ich letztes Jahr im September mein Trainingsjahr begonnen hatte: Auf der 3-Kilometerrunde im Hain, Bambergs Stadtpark. Um neun Uhr stand ich schon am Startpunkt. Ich war nicht der Einzige, der die frühen Stunden des Tages genutzt hat, um schon einige Trainingskilometer zu laufen. Männer und Frauen drehen hier ihre Runden. Die türkisfarbenen Weltkulturerbelauf-Shirts werden mit Stolz getragen. Das Untier des Sommers, eine französische Dogge jagt halbherzig einem Mops hinterher. Beide röcheln hektisch, ich konzentriere mich auf meine Atmung, meinen Armschwung, meinen Fußaufsatz, meine Hüfte – eigentlich konzentriere ich mich nur aufs laufen. Lasse mich nicht ablenken, zumindest nicht so leicht. Kurz vor der Hyperventilierung gibt die Dogge auf und pinkelt ins Gebüsch.

Ich bin bei Kilometer eins angekommen. Checke meine Uhr: 3:14 Minuten – die erste Hälfte ist die langsamere, weil auf diesem Teil der Trainingsrunde einige Wellen und Kurven den Laufrhythmus stören. Jetzt geht es noch an der großen Wiese vorbei, wo das Gras noch von letzter Nacht festgetreten ist. Frisbee spielen, grillen, abhängen, dafür wird die Hainwiese meistens genutzt. Heute früh laufe ich an ihr vorbei, der Schotterweg staubt unter meinen Schritten. Ich komme wieder in den kühlen Schatten der enger stehenden Bäume, noch 300 Meter bis zu Kilometer zwei. Atmung, Armschwung, Fußaufsatz, Hüfte – LAUFEN! Kilometer zwei, gleich da am Baum.

6:19 Minuten, gute Zeit, guter Lauf, nächste Runde.

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