Koblenz-Rückschau

Es ist schwer die Emotionen die man während eines Laufes hat, zu beschreiben. Angst, Hoffnungslosigkeit, Freude. Ich bin am Mittwoch Abend ab 21.15 Uhr in Koblenz durch alle drei der Gefühle gegangen, gelaufen. Und es waren noch einige mehr dabei. Wie gesagt, schwer zu beschreiben. Einfacher festzuhalten sind hingegen Zwischenzeiten. Mario hat für mich die Uhr am Streckenrand jede Runde gedrückt, trotz der etwas verschwommenen Erinnerungen ist mir doch noch einiges eingefallen:

Start: Ich bin im zweiten Lauf. Der erste wurde in einer Zeit von unter 14 Minuten gewonnen. Ich bin zufrieden damit erst jetzt zu starten. Hier kann ich vorne mitlaufen. 25 Starter, ich werde in die zweite Reihe verband. Macht nichts, solange die vor mir schnell genug sind. „Auf die Plätze…“ Da der Startschuss. Auf geht’s, schnell nach vorne, da wo alle hinwollen. Es wird eng, bloß nicht stürzen…

400: 69,3. Passt so für die erste Runde.

800: 70,0. Das ist mir zu langsam, was soll ich machen?

1200: 68,4. Bin nach vorne gegangen, fühlt sich noch ganz gut an. Bedingungen sind perfekt.

1400: 69,1. Immer noch vorne.

1600: 70,7. Immer noch vorne.

2000: 69,3. Puh, erst zwei Kilometer. Lass mal jemand anderen für das Tempo sorgen.

2400: 70,2. Ich laufe an Position zwei. Das ist gut. Einfach locker bleiben.

2800: 69,7. Scheiße, scheiße, scheiße.

3200: 69,8. Ich bin fertig, fix und fertig. „Dabei bleiben, konzentriere dich Felix.“

3600: 69,3. Weiterlaufen, weiterlaufen, nicht aufhören.

4000: 69,3. Bin an Position vier. „Du wirst nicht langsamer, die anderen werden schneller! Los, los,los“, Mario motiviert mich nochmal. Der letzte Kilometer bricht an. Jetzt geht es nicht mehr um Zeiten, jetzt geht es um den Sieg.

Noch 300 Meter zu laufen. Die letzte Runde geht immer noch, also werfe ich alles in die Bahn was ich habe. Bei 150 Metern bin ich vorne, Erster. Und jetzt beginnt ein langer Weg bis zur Zielgraden, vielleicht war der letzte Endspurt etwas zu früh. Den Mann innen habe ich im Griff, aber nicht die, die grade außen an mir vorbeilaufen.

Noch 20 Meter. Bin Vierter.

Noch zehn Meter. Bin Vierter.

Im Ziel: Bin Vierter.

Letzter Kilometer: 2:45,1

5000: 14:21,6

Auch noch zehn Minuten nach dem Rennen fällt es mir schwer zu laufen. Ich habe Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Rückenschmerzen. Mir ist schlecht und wenn ich aufstehe dreht sich alles. Ich versuche zu Trinken, um den blutigen Geschmack loszuwerden, doch die Flasche ist mir zu schwer. Ich gehe drei Schritte. Nein, doch nicht, ich setzte mich lieber wieder hin.

Das bekommt man dafür, wenn man über seine Grenzen geht. Herrlich!

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