WKEL 2013

5. Mai, 24:00 Uhr ich verlasse mit Susanne und den Läufern aus Bedford eine Bar in Bamberg. Ich bin hundemüde und will ins Bett. Will (Mackay) will nochmal anstoßen, aber es ist Zeit für mich ins Bett zu gehen. Der Tag war anstrengend. Die Absperrungen durch die Fussgängerzone stehen noch und es liegt ein leichter Duft von Energie-Gels, alkoholfreiem Weizen und durchgelatschten Laufschuhen  in der Luft.

34:18 Minuten habe ich für den 10,9 Kilometer langen Kurs gebraucht. Damit habe ich mit deutlichem Abstand gewonnen. Aber nicht nur der Sieg war ein Gewinn, sondern der ganze Lauf, der ganze Tag. So viel Aufmerksamkeit bekommt man als Läufer sehr selten. Das muss man auskosten. 34 Minuten hatte ich Gänsehaut, bin von Publikum zu Publikum gelaufen. Der erste Kilometer war viel zu schnell: 2:53 Minuten. Will Mackay aus Bedford ist noch an meiner Schulter. Lange kann ich mich nicht über die schnelle Anganszeit wundern, der erste Berg fordert volle Konzentration. Ich merke schon, dass ich an dem steilen Stück mehr Druck machen kann als mein Gegner. Bei Kilometer drei habe ich etwa 50 Meter Vorsprung.

Von Kilometer vier bis sieben fühle ich mich richtig schlecht, werde aber nicht langsamer. Gutes Zeichen. Mein Vorsprung beträgt etwa 200 Meter. Trotzdem bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich den Sieg ins Ziel laufen kann. Mein Trainingspartner Mario steht an der Strecke und sieht das wohl anders: „Genieß es, genieß es, Felix!“ Klasse, genießen, meine Beine brennen und ich habe noch drei Kilometer, was  soll ich genießen?

Aber Mario hat recht, ich versuche mich zu entspannen, konzentriere mich auf einen guten Laufstil und genieße es. Jetzt erkenne ich sogar einige bekannte Gesichter am Straßenrand. In der Innenstadt ist es richtig laut, die Kurven bringen mich aus dem Rhythmus, aber das macht nichts. Bei 10 Kilometer zeigt meine Uhr an: 31:18 Minuten. Sehr gute Zeit für den hügeligen und verwinkelten Kurs. Dem folgen 900 Meter „Ehrenrunde“ bis ins Ziel. Ich bin fertig!

Während eines gemeinsamen Biers am Abend, gab mir Darren Deed, der Gewinner des Halbmarathons einen Rat: „Felix, freu dich über jeden Sieg. Du weist nicht welcher der letzte ist.“ Also freue ich mich über diesen Sieg und den Tag an dem Bamberg so Laufverliebt war. Hoffentlich ist es keine Urlaubsliebe.

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