Schokolade in Massen

Weihnachten ist vorbei. Das wars gewesen: Schokolade mit Plätzchen, Ente mit Gans, Bier mit Wein. Alles vermischt, alles in Massen genossen. Herrlich! Herrlich, dass das vorbei ist. Ich liebe Schokolade, werde ich eines Tages den Laufsport nicht mehr mit Wettkämpfen bestreiten wird die Schokolade mich raustreiben. Beim langen Dauerlauf letzten Sonntag habe ich, laut meiner Uhr, über 2000 Kalorien verbrannt. So viel verbrauchen manche Menschen grade an einem Tag. Das heißt ich habe mir in zwei Stunden einen ganzen Tag mehr essen dazuverdient. Wenn das keine Motivation ist, weiß ich es auch nicht. Im Moment reicht es mir aber mit dem Süßzeug.

Schokolade ist aber nicht nur „Seelennahrung“ Nummer eins, Schokolade gibt vielen Dingen auf der Welt erst einen wahren Sinn. Die Milch zum Beispiel: Milch wäre ohne Schokolade nichts. Ein weißes Getränk, so weiß wie keine Weste. Das trinkt doch keiner. Mit Schokolade vermischt aber: Jawoll, her damit. Und so bekommt die Milch als Verdünner von Schokolade eben doch noch einen Sinn. Einige Sportler schwören auf einen „Kaba“ als Regenerationsgetränk.

Eine Trinkschokolade für die schnelle Regeneration? Damit wäre ich einverstanden. Aber sehen wir doch mal, ob sich das bestätigen lässt:

Eine Studie: Chocolate Milk as a Post-Exercise Recovery Aid

Neun Radfahrer mussten ein Intervalltraining absolvieren und bekamen direkt nach dem Training unterschiedliche Getränke. Einige Fahrer bekamen Trinkschokolade, andere ein Getränk, um die Flüssigkeit und Elektrolyte wieder aufzufüllen, die dritte Fahrergruppe bekam ein kohlenhydratreiches Getränk zur Regeneration. Nach vier Stunden mussten die Radfahrer den nächsten Test absolvieren und bei einer bestimmten Intensität so lange fahren, bis sie nicht mehr konnten. Und was kam dabei rum?

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, das Schokoladenmilch, mit ihrem hohen Kohlenhydrat- und Proteininhalt, als alternative zu kommerziellen Elektrolyt- und Kohlenhydratgetränken gehandelt werden kann, wenn es um die Erholung von anstrengenden Trainingseinheiten geht, die die Glykogenspeicher geleert haben geht.“ (Sinngemäße Übersetzung)

Klingt doch schon mal ganz gut. Aber eine Quelle reicht ja meistens nicht, also weiter. Im Journal of the International Society of Sports Nutrition erschien im Oktober 2008 ein Überblick von Brian D. Roy: Milk: the new sports drink? A Review. Zusammenfassend schreibt Mr. Roy (Ich denke nicht verwandt mit dem Tiger-Flüsterer):

„Es gibt wachsende wissenschaftliche Beweise, die den Nutzen von fettarmer Milch nach Kraft- und Ausdauer-Trainingseinheiten, unterstützen. (…)“ (Sinngemäße Übersetzung)

Tadaaa: Da haben wir es. Im oberen Überblick geht es zwar erstmal um Milch, aber wie kann so etwas tolles wie Schokoladenpulver den Effekt verschlechtern? Zugegeben, der Zucker, den man bei einigen herkömmlichen Kaba-Pulvern mit in die Milch löffelt wird wahrscheinlich in erster Linie den Cholesterinspiegel zum Steigen bringen und weniger die Regeneration fördern. Also das nächste Mal doch die „Weniger Zucker“-Variante in den Einkaufswagen legen.

Der leckeren Regeneration steht also nichts mehr im Weg, wenn es Neuigkeiten aus der Schoko-Forschung gibt lasse ich euch das natürlich wissen. Ich rate euch trotzdem: Wer eine Laktoseintoleranz hat, Hände weg von der Milch (Ich weiß nicht, ob das Kaba-Pulver ohne Milch den gleichen Regenerations-Effekt hat).

Quellen:
http://oakbrooksc.com/docs/stager_chocmilk_study.pdf
http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1550-2783-5-15.pdf
Ich bin kein Arzt und kein Wissenschaftler, ich habe hier nur die oberen Studien gelesen und die Ergebnisse präsentiert. Mich trifft also auch keine Schuld, wenn euch vom literweise genossenen Kaba schlecht wird.
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