Plus: …

Spektakulär ist es nicht. Eher ermüdend. Die Beine können noch laufen, ich habe keine Schmerzen. Klingt alles gut, alles normal. Und trotzdem, irgendwas ist anders. Die Zeit geht so schnell vorbei. Zwischen den Läufen. Aber auch nur zwischen den Läufen. Habe heute früh 8,5 Kilometer abgespult. War schön draußen. Nur bin ich jetzt schon wieder auf dem Weg in die Kälte. Einen Schuh habe ich schon an, die Hälfte ist geschafft.

Ich bin auch knapp über der Hälfte meiner Trainingsphase, die sehr umfangsorientiert ist. In 21 Tagen will ich 480 Kilometer laufen. Die erste Woche habe ich mit 151 Kilometern knapp unter den nötigen 160 angeschlossen. Aber diese Woche sieht es gut aus: Die Zahlen summieren und summieren sich in meinem Trainingstagebuch nach oben. Ich bleibe auf der Plus-Taste und hacke wie wild Zwischenzeiten und Kilometersummen in den Rechner. Plus: eine Athletik-Einheit. Plus: Langer Dauerlauf, 26 Kilometer (Arschkalt und rutschig, alleine, keine Lust). Plus: …

Ja Plus, den Tank füllen, den Körper füttern mit Kilometern. Aber lieber Körper, überfresse dich nicht. Sag mir bitte, bitte vorher bescheid. Ich will ja nur dein Bestes. Die Kunst, oder das Glück, das man zu steuern versucht, die Grenze auszuloten und auf ihr zu laufen, hunderte von Kilometern. Und das alles ohne sich zu verletzen. Keinen Ermüdungsbruch erleiden, nicht umknicken, die Füsse ganz lassen. Also: Den Körper pflegen, aber vorher: Plus: 20 Kilometer Dauerlauf.

Kategorie Allgemein