Besuch vom Schweinehund

Aus ihm wird...

Aus ihm wird...

Dass zwei Trainingseinheiten an einem Tag nötig sind, um genügen Kilometer in die Beine zu bekommen ist kein Geheimnis. Dass der Kampf mit dem Schweinehund bei Zeiten kein leichter ist, ist auch schon lange keines mehr. Bevor ich mir jetzt die Laufjacke überwerfe, die Jogging-Hose anziehe, und meine Schuhe zur elften Einheit dieser Woche schnüre, hoffe ich meinen Schweinehund in diesen Zeilen abzuhängen.

Dass die Sache mit den Gedanken kompliziert sein kann weiß man in Bayern spätestens seit Gerhard Polt, der seinen Gedanken mit Jägermeister und einem guten „Borscholää“ heraufbeschwört und ihn doch nicht zu fassen bekommt. Der Schweinehund hingegen wittert alle „Muss ich wirklich…?“- und „Ich hab doch schon!“-Gedanken, wie ein scharfer Jagdhund. Müffelnde Socken helfen da gar nichts, der Schweinehund kommt durch jeden Dunst und wenn der den Gedanken erstmal erwischt hat…Gnade dir Gott, dein Trainingsprotokoll, oder sonst wer. Der Quälgeist macht die kleinste Unsicherheit – „Puh, die Beine sind aber schon ganz schön schlapp, soll ich nochmal laufen?“ zum größten Zweifel am Sinn der zweiten Trainingseinheit – „Jetzt nochmal, es ist schon dunkel, bestimmt knicke ich dann um…“.

 

...er.

...er.

Mein Tipp: Schuhe anziehen, loslaufen, und erst wenn du weit genug weg bist, vielleicht so nach drei Kilometern, dann kannst du so einen kleinen Gedanken hegen. Und wenn du abends nur acht Kilometer läufst, dann kommt nach vier schon die Freude auf die warme Dusche und du kannst den Lauf doch noch positiv beenden. Und jetzt reiß ich mich los und geh laufen, und vorher versprühe ich im Flur noch ein bisschen Gedankenleere. Als Vorsorge, für den nächsten Anfall meines Schweinehunds.

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