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„Schluss mit dem Quatsch…

LG Bamberg, Deutsche Meisterschaften, Leichtathletik, Nürnberg, 2015, 3000m Hindernis, Hindernislauf, Felix Hentschel
…jetzt wird Geld verdient!“ Oder so ähnlich. Zumindest geht heute das neue Uni-Semester los. Für mich werden es einige stressige Monate, denn ich will meinem Bachelor-Abschluss einen großen Schritt näher kommen. (Wenn alles gut geht, schaff ich’s vielleicht auch schon dieses Semester.)
Die ersten Wochen waren solide.

Ich kann noch keine Wundertaten aus den ersten vier Trainingswochen berichten und das ist auch gut so. Als ich im letzten Herbst die ersten Mails mit meinem Trainer Steve Magness gewechselt habe, war uns schnell klar, dass ich daran arbeiten muss, längere Trainingsphasen mit guten Trainingseinheiten realisieren zu können. In den Jahren zuvor hatte ich oft mal eine „Bomben-Einheit“, die dann aber auch Schaden und Müdigkeit für ein, zwei Wochen hinterlassen hat. Jetzt trainiere ich ausgeglichener, aber in der Summe öfter auf hohem Niveau.

Der Marathon rückt näher.

Aber nicht für mich. Ich betreue im Moment zwei Athleten, die beim Frankfurt-Marathon an den Start gehen werden. Mario Wernsdörfer macht sich auf die Jagd nach seiner Bestzeit (2:27:21 Stunden) und Alois Fuchs peilt bei seinem Debut den Vierer-Schnitt auf den Kilometer an. Da steigt von Woche zu Woche auch bei mir die Aufregung. Auf das Rennen in Frankfurt freue ich mich aber auch, weil solche Events immer total viel Energie ausstrahlen. Nicht nur die unzähligen verbrannten Kalorien der Läufer, sondern auch die gute Stimmung und die Anspannung vor dem Rennen motiviert mich, auch wenn ich nur Betreuer und Zuschauer bin.

Schnupfen ist überwunden.

Lange habe ich angekämpft gegen eine aufkommende Erkältung. Dann war die Nase aber trotz Zink und Ingwertee am Samstag so zu, dass ich einen Tag auf’s Training verzichten musste. Mit näselnder Stimme habe ich in Nürnberg einen Vortrag über meine Vorbereitung und das Leben als Läufer halten können. Ich glaube keiner der Übungsleiter, der Vortrag war im Rahmen einer Weiterbildung, ist während des Vortrags eingeschlafen und ich habe mich sehr über die kniffligen Fragen gefreut. Mir ist wiedermal aufgefallen, wie hoch der Wert guter Fragen ist!

Wenn ihr mir mal Fragen stellen wollt, scheut euch nicht mir eine Mail zu schreiben, oder kontaktiert mich über die Social Media Kanäle!

Rückblick 2012/13: März-Mai

Im März und April wollte ich nochmal eine richtig gute Trainingsphase hinlegen, so wie mir das schon im November/Dezember gelungen ist. Direkt nach den Bayerischen Crossmeisterschaften ging es dann mit meiner Trainingsgruppe ins Traininslager nach Albufeira/Portugal. Danke auch an dieser Stelle nochmal an meine Begleiter: Susanne Lutz, Mario Wernsdörfer, Alois Fuchs, Christoph Schabbehard, Andrea Lutz, Johannes Spielberger und Marvin Dierker.

Leider lief das Trainingslager gar nicht nach Plan: Schon am vierten Tag hatte ich etwas Probleme mit meiner Knochenhaut, da der Schmerz sich aber ganz langsam ankündigte und man im Trainingslager vielleicht nochmal mehr motiviert ist, trainierte ich noch zweimal damit weiter. Das war dumm, die erste Woche kam ich zwar noch auf 120 Kilometer, in der zweiten waren es dann nur noch 60 Kilometer. ABER: Mein Fuss war wieder hergestellt und ich konnte wie geplant am Kaiserdomlauf Bamberg teilnehmen. Das ist ein 10-Kilometer-Lauf in Bamberg.

Eine Runde hatte ich dort Konkurrenz durch einen Äthiopier, der strich dann aber auch die Segel und ich konnte das Tempo alleine nicht ganz halten. Ich lief 31:08 Minuten, was für die etwas kalten Bedingungen ganz ok war.

Eine Woche später war ich dann für einige Tage im Trainingslager an der Ostsee, das da ohne Ende Schnee lag und das Training dementsprechend war erwähne ich hier nur am Rande, weil ja schon die ersten Wettkämpfe näher rückten. Die Trainingslager-Woche an der Ostsee waren 120 Kilometer. Es folgten: 107-160-80 (mit 5000m Testlauf – zu windig, war nur ein Trainingslauf) -120-90 Kilometer.

Am Ende der letzten Woche war dann am Samstag der Weltkulturerbelauf (WKEL) in Bamberg. Der Lauf war wohl der (positiv)emotionsgeladenste der ganzen Saison. Ich gewann über die hüglige 10,9 Kilometer Strecke vor etwa 40000 Zuschauern am Streckenrand. Wahnsinn.

Lange konnte ich das aber gar nicht genießen, denn beim Regensburger Rolf-Watter-Sportfest startete ich schon wieder über 1500m. Diesmal auf der Bahn und nur eine Woche nach dem Straßenlauf auf Bambergs Kopfsteinpflaster musste ich jetzt 3 3/4 Runden im (nahezu) Höchsttempo um die Bahn rennen. Der Unterschied vom Tempo war enorm und ich bin nicht ganz zufrieden aus dem Rennen gegangen. Nur vier Tage später stand ich wieder an einer Startlinie. Diesmal in Koblenz und über 5000 Meter. Der Startschuss fiel zur Primetime und die Stimmung war hervorragend. Während wir unsere 12 1/2 Runden drehten knipsten die Veranstalter das Flutlicht an.  Ich beendete den Lauf mit einer Bestzeit und konnte mich zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder so richtig freilaufen, über den Schmerz hinweg, weiter mit Vollgas.

 Langsam nahm ich Fahrt auf. Ich erholte mich zehn Tage von dem 5000er und gab mir noch einen Versuch über meine Unterdistanz, die 1500m. Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften wurde ich Dritter. Leider ohne offizielle Zeit, da eine Windböe die Zeitnahme mit einem Stoß außer Gefecht setzte.

Der Mai endete mit meinem schlechtesten Rennen der Saison. Über 3000m Hindernis wollte ich es jetzt richtig wissen. In Dessau bekam ich einen Startplatz und konnte dort im internationalen Feld auch super mitlaufen. Meine Beine fühlten sich gut an und trotzdem kam ich nicht ins Ziel. Magenprobleme trafen mich überraschend wie ein Schlag mit der Klobürste. Nach 1900 Metern war das Rennen für mich beendet.

Nach einer Woche im Ausland werde ich mich zurückmelden und meinen Rückblick weiterschreiben. Bis dahin eine gute Zeit. 

Rückblick 2012/13: November-Februar

120-137-112-151-159-152 Kilometer in den sechs Wochen von Anfang November bis Mitte Dezember. Vor allem die drei Wochen mit über 150 Kilometern hatten mich ganz schön geschlaucht. Aber eine Leistungsdiagnostik in Leipzig bestätigte mir, das der Weg den ich laufe zumindest in die richtige Richtung weist. Das ist doch schonmal gut! Nach den sehr harten Wochen sollte jetzt eine etwas ruhigere Phase kommen. Der Körper braucht schließlich auch Erholung. Die Kalenderwoche 51 und 52 hatte ich also jeweils nur 22 bzw. 50 Kilometer im Trainingsprotokoll.

In der ersten Woche im neuen Jahr sollte es jetzt mit ein, zwei Trainingseinheiten im intensiveren Bereich Richtung Bayerische Hallenmeisterschaften gehen. Bei den Nordbayerischen lief ich 1500m, gewann ohne Konkurrenz, gutes Gefühl, alles im Lot. Eine Woche später bei den Landesmeisterschaften wollte ich dann die Quali für die Deutschen Hallenmeisterschaften laufen (8:15 Minuten). Das ging leider kräftig in die Hose. Warum? Kann ich nicht richtig sagen: Es war heiß in der Halle, zu wenig tempospezifisches Training vorher, schlecht geschlafen, bla bla bla. Damit war also meine Hallensaison gelaufen. Kilometer während dieser Phase: 100-80-60-120.

Im Februar gingen die Kilometer wieder etwas in die Höhe. Ich war schon ganz schön genervt vom langen Winter, umso schwerer war der Weg vor die Haustür. Da aber am Ende des Monats die Bayerischen Crossmeisterschaften auf mich warteten, hatte ich zumindest ein nahes Ziel vor Augen. Mit 130-70-150-130 Kilometern war ich voll zufrieden. In der Woche des Cross-Rennens waren es mit 70 Kilometern etwas weniger. Auch, weil am Tag nach den Meisterschaften der Flieger ins Trainingslager nach Portugal abheben sollte.

Rückblick 2012/13: August-Oktober

Die Saison 2011 auf 2012 beendete ich früher als geplant. Dewegen habe ich schon mitte August letzten Jahres mein Training wieder aufgenommen. Als ich mir in der Trainingspaue meinen Trainingsplan erstellte war meine Zielstellung klar: Ich muss nochmal deutlich an Trainingsumfang zulegen, wenn ich mal auf europäischem Niveau laufen wolle. Ich schreibe nochmal, weil ich zur Saison 2010 hin auch schon einen großen Schritt nach vorne gemacht habe und mit 100 Kilometern in der Woche damals mit einer fetten persönlichen Bestzeit und dem Deutschen Vize-Titel belohnt wurde. Mein Körper scheint also recht gut auf die Umfangsteigerungen zu reagieren.

Meine ersten Trainingswochen wollte ich dafür nutzen um meinen Körper an den größeren Stress zu gewöhnen, der mit mehr Trainingseinheiten einhergeht. 90-80-160-40 Kilometer bin ich in den ersten vier Wochen gelaufen. 160 Kilometer in der Woche habe ich davor fast nur im Trainingslager realisieren können. Jetzt hat sich die erste Woche im „normalen“ Trainingsalltag schon ganz gut angefühlt und ich konnte in den nächsten Abschnitt gehen.

Am Ende der fünften Trainingswoche bin ich dann sogar eine, mich sehr überraschende 10-Kilometer-Bestzeit, gelaufen ( 30:49 Minuten). Mit 150 Kilometern war das auch die höchste Umfangswochen des zweiten Vier-Wochen-Blocks. 85-135-95 Kilometer folgten in den nächsten Wochen. Während dieser Zeit war ich von 9-17 Uhr als Praktikant bei den Nordbayerischen Nachrichten angestellt. Um sieben aus dem Haus zu gehen für den ersten Dauerlauf war also keine Seltenheit – hab mich dann aber auch schnell daran gewöhnen können.

Damit befinden wir uns dann schon im Oktober. Jetzt kommen die ersten Wochen, auf die ich auch richtig stolz bin: 166-95-160-90 Kilometer in der Woche. Das war ein Training, wie ich es auf diesem Niveau noch nicht realisieren konnte. Einheiten wie 6x 2km mit 1km Laufpause, 4x 5x 400m mit 30 Sekunden Trabpause und viele flotte Dauerläufe sorgten für die nötige Qualität, die ja auch nicht fehlen sollte.

Schließlich geht es mir ja immer noch darum, über 3000m Hindernis möglichst schnell (!) zu laufen und nicht möglichst viele Kilometer auf meinen Sohlen zu sammeln. Der Schuhverschleiß schoss seit letztem August dennoch  parallel zu den Trainingskilometern empfindlich in die Höhe!

Fortsetzung folgt…