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Deutscher Vizemeister 2015

Deutsche Meisterschaften, Leichtathletik, Nürnberg, 2015, 3000m Hindernis, Hindernislauf, Felix Hentschel, Martin Grau, Hannes Liebach, LG Bamberg, LSC Höchstadt, SCC Berlin

Ich habe es geschafft: Am Wochenende bin ich in Nürnberg Deutscher Vizemeister geworden. Ich hatte im Vorfeld mit einer Medaille geliebäugelt. Dann wirklich auf das Podium zu laufen und hinter Martin Grau (LSC Höchstadt) Zweiter zu werden, fühlt sich jetzt richtig gut an!

Meine Anspannung und Aufregung war, wie immer in der Woche vor deutschen Meisterschaften, deutlich intensiver als sonst. Ich hatte zum Glück noch etwas für die Uni zu tun, was mir ein wenig Ablenkung verschaffte. Irgendwie ist es ja auch normal, wenn man vorm wichtigsten Rennen der Saison auch etwas nervöser ist. Die Anspannung darf aber nicht hemmen – auch das habe ich schon erlebt. Ich denke ich habe es diesmal gut geschafft, mich immer wieder vom Rennen abzulenken und dennoch fokusiert zu bleiben. Das fällt mir dieses Jahr auch viel leichter, weil ich einfach wieder richtig Spaß am Wettkampf habe.

Ich habe mir im Vorfeld des Rennens natürlich verschiedene Szenarien ausgemalt, wie das Rennen laufen könnte. Mit dem Rennverlauf, wie er dann am Sonntag stattfand, habe ich vorher nicht gerechnet. Machte aber nix, denn man sollte auch im Kopf immer flexibel genug sein, um auf verschiedene Rennsituationen zu reagieren.

Als Nico Sonneberg (Eintracht Frankfurt) sich gleich zu Beginn des Rennens an die Spitze des Feldes gesetzt hat, war meine Reaktion da erstmal hinterherzulaufen. Martin Grau war an Position zwei und ich dann Dritter. Den ersten Kilometer liefen wir in dieser Reihenfolge in 2:51 Min.. Mit meiner Hindernistechnik war ich nicht ganz so zufrieden und musste viel zu oft durch kleine Schritte meinen Abstand zum Hindernisbalken ausgleichen und verlor dadurch immer wieder Schwung.

Kurz nach dem ersten Kilometer überholte mich Hannes Liebach (SCC Berlin) ich war jetzt also Vierter. Die Stimmung im Stadion war toll, auch wenn die größtenteils leer gebliebenen Oberränge des Grundig-Satdions zeigt, wie schwer es ist, so ein Stadion voll zu bekommen. In der vierten Runde (insgesamt sind es ja 7,5 Runden gewesen) bin ich dann an einem Hindernisbalken mit meinem rechten Knie hängengeblieben. Ich konnte mich zum Glück auf den Beinen halten, die ersten Schritte nach der Aufprall sackte mir richtig das Bein weg und ich lief einige Meter humpelnd. Mittlerweile war ich auf den sechsten Rang zurückgefallen.

Ich benötigte eine Runde, um mich körperlich und auch mental wieder zu erholen. Dann spürte ich aber, dass ich wieder gut ins Laufen gekommen bin und machte mich auf die Verfolgung. 500m vor dem Ziel war ich bis auf wenige Meter an den Dritten Nico Sonneberg herangelaufen, als sich Nico am Hindernis vor mir auf die Schnautze legte, ich ihn überholte und plötzlich schon Dritter war.
Übrigens auch ein Grund, warum man den Hindernislauf nie aus einer Fernsehübertragung hätte streichen sollen, auch wenn ein Sturz für den leidtragenden Athleten keine schöne Erfahrung ist. So etwas kann man doch medial in Super-Zeitlupen endlos aufbereiten und die Hindernisse, die eben ein erhöhtes Sturzpotential haben, sind meiner Meinung nach da schon sehr spektakulär. Kann aber auch sein, das meine Meinung da etwas subjektiv ist.
Beim Blick nach vorne hatte ich dann gesehen, das Hannes Liebach auch nicht mehr unereichbar weit vorne lag. Etwa 300m vor dem Ziel konnte ich ihn überholen.

LG Bamberg, Deutsche Meisterschaften, Leichtathletik, Nürnberg, 2015, 3000m Hindernis, Hindernislauf, Felix Hentschel

Nach dem letzten Wassergraben habe ich mich umgesehen und wusste, dass der zweite Platz mir gehören würde. Während Martin Grau als Erster ins Ziel lief, konnte ich mich etwa 50m dahinter schon über meinen Vizetitel freuen.

Mir ist nach dieser Leistung ein riesen Stein vom Herzen gefallen, denn manchmal machen sich natürlich auch Selbstzweifel im Kopf breit. Dann wirklich wieder mal auf den Punkt physisch und psychisch fit zu sein und eine gute Leistung zu bringen, fühlt sich einfach unglaublich geil an. (Nicht so geil geht’s im Moment meinem Knie. Mal sehen, ob ich wie geplant am Mittwoch in Kopenhagen laufen kann…)

Deutsche Meisterschaften 2015 in Nürnberg

Morgen geht es für mich zum wohl wichtigsten Rennen des Jahres. Um 14.40 Uhr starte ich im Nürnberger Grundig-Stadion bei den Deutschen Meisterschaften.

Ich bin in der Meldeliste auf Position sechs gesetzt und werde morgen alles geben diese Position zu verbessern. Ich denke das Feld ist so dicht besetzt, wie schon lange nicht mehr. Gut für den Hindernislauf in Deutschland.

Martin Grau vom LSC Höchstadt, kürzlich Studentenweltmeister geworden, ist der klare Favorit. Dahinter sollte es ein spannendes Rennen werden. Leider kann man mich dieses Jahr nicht im Fernsehen sehen, denn die Übertragungszeit des ZDF beginnt erst nach unserem Rennen. Darüber ärgere ich mich sehr!

Mein letztes Training habe ich schon hinter mir: ein paar lockere Kilometer und danach vier Steigerungen. Morgen kann’s losgehen!

Vorschau: Bayerische Hallen-Meisterschaften


Vor allem vorm ersten Rennen ist die Anspannung groß.

Am Samstag um 15.45 Uhr geht’s also richtig los. Der Startschuss für meinen kleinen Ausflug in die Leichtathletikhallen der Nation. Im Besten Fall laufe ich am Samstag bei den Bayerischen Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten die Quali-Zeit über 3000m von midestens 8:16 Minuten.

Unglaublich, die Trainingswochen sind in letzter Zeit nur so vorbeigeflogen. Nach meinem ersten Wettkampf bei den Nordbayerischen Hallen-Meisterschaften vor zwei Wochen ist die Aufregung vor Wettkämpfen zum Glück etwas gesunken. Trotzdem wird es am Wochenende für mich sehr spannend. Wie schnell kann ich laufen? Hat das neue Training schon angeschlagen? Wieviel Tempohärte ist schon wieder in den Beinen?

Am Montag und am Donnerstag habe ich jeweils zwei lockere Tempo-Trainingseinheiten absolviert. Jetzt stehen für mich bis Samstag nur noch Dauerläufe, Gymnastik und einige Steigerungen an. Wenn alles gut geht, sollten die Beine den ersten Kilometer fast wie von alleine Laufen, bevor es dann an die Kopfarbeit geht.

Vor zwei Jahren bin ich das letzte Mal 3000m in der Halle gelaufen.


Ich hoffe, einige Läufer haben am Samstag auch vor die Qualifikation für die Deutschen Hallen-Meisterschaften zu laufen. In einem dichten Rennen, mit vielen gleichstarken Läufern ist die Jagd nach Zeiten einfacher.

Ich freue mich außerdem, dass neben mir auch noch einige andere Athleten der LG Bamberg die Qualifikation für die Bayerischen Hallen-Meisterschaften 2015 geschaft haben. Hier findet ihr die gesamte Meldeliste der Bayerischen Hallen-Meisterschaften.

Jetzt muss ich mich aber nochmal ablenken und das Rennen von morgen aus dem Kopf bekommen. Die 15 Runden in der Fürther Leichtathletik-Halle werden dann schon nervenaufreibend genug sein! Wie es mir morgen bei den Bayerischen Hallen-Meisterschaften ergangen ist, lest ihr dann hier auf meiner Homepage.

Grundig-Stadion Ausverkauft!?

Den Nürnberger Wassergraben werde ich im Juli 2015 wiedersehen.

Leichtathletik.de schreibt:
„Haupttribüne im Nürnberger Grundig-Stadion ausverkauft“.

Das freut mich enorm, meine Erinnerung an die letzten Deutschen Meisterschaften 2008 in Nürnberg sind nicht die besten: Ich musste mein Rennen über die 3000m Hindernis aufgeben nachdem ich gestürzt. Das Stadion wirkte damals auf mich leer. Von Atmosphäre keine Spur.

7.500 Karten sind schon verkauft. Das klingt erstmal gut, aber: Ins Grundig-Stadion passen 50.000 Zuschauer. Dass es schwer werden würde, 50.000 Leichtathletik-Fans ins Stadion zu locken hat der DLV vorher gewusst und das gar nicht erst als Ziel ausgerufen. Lediglich die Sitzplätze des Unterrangs sollen verkauft werden.

Bei den letzten Deutschen in Nürnberg waren an den zwei Wettkampftagen etwa 32.000 Zuschauer im Stadion. Pro Tag 16.000 Sportbegeisterte, Betreuer, Verwandte und Fans der Sportler im Stadion, die sich die besten Leichtathleten ansehen, die das Land zu bieten hat.
Das finde ich gut.
Ich finde es auch gut, dass es, neben den Dauer-Gastgebern Ulm, Bochum-Wattenscheid und Braunschweig, noch andere Städte und Sportverbände gibt, die sich der Austragung von Deutschen Meisterschaften widmen.

Doch ich befürchte: wenn 19.500 Zuschauer an einem der beiden Tage nach Nürnberg kommen, bei einer Kapazität von 50.000 Sitzplätzen, wird das irgendwie leer aussehen. Das Donaustadion in Ulm wäre damit restlos ausverkauft.