Schrecklich genug für Bergläufe

Lieber Berg,

das Wetter die letzten Tage ist wirklich schrecklich. Schrecklich genug um Bergläufe zu machen. Berg und Laufen, das passt eigentlich so gut zusammen, wie meine Regenerationsgetränke in ein Vier-Gänge-Menu. Und trotzdem, trotzdem haben sich Läufer schon vor vielen Jahren gedacht: „Berg, ich laufe dich hoch.“ So schnell es geht, so oft es geht, so steil es geht.

Meine ersten Bergläufe dieses Jahr fange ich langsam an, ganz locker hoch da. Nächste Sache: Berge kannst du hochlaufen wie du willst, sei es vorwärts, rückwärts, sei es mit kleinen, oder mit großen Schritten. Es wird immer irgendwann eklig. Der Muskel scheint sich mit dem Berg nicht zu verstehen und anstatt ihm ein wenig Kontra zu geben zieht er sich zurück und lässt sich schwerfällig fallen. Als ob er so tun muss, vom Berg verprügelt geworden zu sein. Nur um nicht so ein jämmerliches Bild abzugeben.

Die erste Serie ist beendet. Drei mal laufe ich fünfmal 300 Meter bergan. Gegen Ende konzentriere ich mich nicht mehr auf meine Beine, was die machen geht auf keine Kuhhaut. Ich konzentriere mich auf meine Arme. Mal was anderes, müssen die eben den Job der Beine übernehmen. Zumindest können sie den Rhythmus ein wenig vorgeben.

Puls: 191. Puuh, eine Serie noch. Der Regen hat inzwischen auch meine Jacke durchdrungen. „Waterproof“, was genau habe ich daran falsch verstanden. Ehrlich gesagt ist es aber auch egal, ich bin so durchgeschwitzt, habe das Gefühl die Jacke lässt zwar keine Feuchtigkeit von innen nach aussen, dafür aber eben andersrum umso besser. Das nächste Mal trage ich sie auf links. Vollgesogen wie ein Waschlappen geht es also noch mal den Berg hinauf und dann nochmal und nochmal und so weiter.

Ja Berg, so war das wieder mal mit dir. Einmal die Woche gibst Du diese Therapiestunde der besonderen Art. An Dir beiße ich mir die Zähne aus. Und doch: An Dir werde ich stärker, wie keine Hantelscheibe der Welt formst Du mir die Beine und den Hintern. Ohne Gewichtsweste, ohne Widerstand.

Also irgendwie mag ich Dich dann doch. Gibt ja Menschen, die werden süchtig nach Dir. Und manche besteigen Dich sogar. So weit würde ich jetzt aber nicht gehen.

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